Im Angeltal im Böhmerwald, wo der Seebach vom Eisenstraßer See herunterkommt und in den Angelbach mündet, lag die Seemühle. Als herrschaftliche Brettsäge bestand sie bereits im Jahre 1729 und war somit Teil der ersten Industrie in Eisenstraß[1]. In den 1890er Jahren hat die Mühle den Betrieb aufgegeben[2].
Auf einer Höhe von 740m gelegen und durch das Tal geschützt von den Nordwestwinden, muß das Klima angenehmer gewesen sein als in der höher gelegenen Gemeinde Eisenstraß.
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Die Müller auf der Seemühle
In Arbeit…
Kobold Spuk oberhalb der Seemühle
Darüber, ob der berüchtigte Böhmerwald-Kobold Stilzel auch auf der Seemühle sein Unwesen trieb ist nichts bekannt.
Allerdings weiß Hanz Watzlik in seinem Buch „Stilzel der Kobold des Böhmerwaldes“ zu berichten, dass der Stilzel einmal ganz in der Nähe den Spinnwebschneider, der hinter dem Eisenstraßer See in einer Einöde hauste, mit einem verhexten Baumstumpf geärgert hat.
„Als hernach in der Früh den Sternlein der Glanz verging und von der Seemühle her der Hahnengockel sich meldete“ hat der Schneider dann den vermeintlichen Baumstumpf zornig den Berg hinunter gestoßen.
Verkauf an die Hohenzollern
Im 1865 ist die Seemühle durch Karl Anton von Hohenzollern angekauft worden und nach grundlegender Renovierung auf 12 Jahre verpachtet worden. Allerdings musste der Pächter bald Konkurs anmelden, so dass die Seemühle bereits 1868 wieder neu verpachtet wurde.
Ankauf der Seemühle durch Fürst Hohenzollern und anschließende Verpachtung Eigenttümer war 1910 Fürst Wilhelm von Hohenzollern.
Beim Census 1921 dürfte die Seemühle bereits verlassen und im Verfall begriffen gewesen sein.
Bis 1927 war das Gebäude im Besitz des Anwesens Bystřice nad Úhlavou. Im Rahmen der ersten Landreform ging es in den Besitz des Tschechischen Staates über. Als Eigentümer wurde das tschechoslowakische Staatsministerium für Landwirtschaft und die zentrale Direktion für staatliche Wälder und Landgüter registriert 1937
Von der Seemühle in die Welt
Wie viele Böhmen im 19. Jahrhundert, so sind auch einige der auf der Seemühle gebohrenen Kinder später ausgewandert:
Joseph Bayerl (1810–1887), der als Sohn des damaligen Müllers Johann Bayerl auf der Seemühle zur Welt kam, hat 1848 in Frankfurt am Main geheiratet. Davor hatte er dort bereits als Fabrikarbeiter sein Brot verdient und ist auch bis zu seinem Tod dort geblieben.
Einige Jahre später um 1865 – was wohl mit dem Verkauf der Seemühle an das Haus Hohenzollern zusammenhing – ist Katharina Saaler (1837–1919) zunächst nach Brunn im Gebirge und dann nach Mödling bei Wien umgesiedelt. Sie kam als Tochter von Anna Maria Bayerl, der Witwe des Müllers Anton Bayerl, auf der Seemühle zur Welt.
Am weitesten sind allerdings Jakob Bayerl (1840-1921) und Josef Bayerl (1834-1891) ausgewandert. Sie sind 1876 bzw. 1877 jeweils mit Frau und Kindern über Hamburg nach São Bento do Sul in Brasilien übergesiedelt. Besonders die Überfahrt von Jakob Bayerl mit seiner siebenköpfigen Familie inklusive Säugling dürfte besonders schwierig gewesen sein: Widrige Winde verzögerten Reise des Segelschiffs Humbold unter Kapitän H. D. Busch nach São Francisco do Sul und so ging Wasser und Nahrungsversorgung der 300 Passagiere zur Neige, so dass mehrere gestorben sind. Die leidenden Reisenden tauften das Schiff daraufhin „Hungerbold“[9].
Die Seemühle heute
Heute sind nicht viel mehr als ein paar Grundmauern von der Seemühle übrig
Material…
1921 dürfte die Seemühle bereits verlassen gewesen sein und verfallen.
Um 1807 | Johann Bayerl, Müller | https://www.portafontium.eu/iipimage/30070523/zelena-lhota-07_0690-n?x=-11&y=42&w=677&h=270 https://www.portafontium.eu/iipimage/30070523/zelena-lhota-07_0770-n?x=-198&y=480&w=976&h=389 |
Um 1834 | Anton Bayerl, Müller | |
Andreas Bayerl, Müller | ||
Um 1859 | Georg Zettl, Müller Anna Maria Bayerl, Ausnehmerin Paul Gruber, Schleifer und Zuwohner | |
1890-1910 | Andreas Rajal(Census) |
um 1859: Wenzel Weber Pächter auf der Seemühle https://www.portafontium.eu/iipimage/30070525/zelena-lhota-09_0460-z?x=2&y=125&w=680&h=252
Census 1880??? Andreas Rajal: Census 1890 –> wohl noch im Betrieb, 1 Kuh und 1 Kalb, 1900 –> 2 Kühe, 1 Ziege, 6 Hühner (https://www.portafontium.eu/iipimage/34410221/soap-kt_01159_census-1900-hojsova-straz-cp019_0010), 1910 1 Kuh, 9 Hühner
Im Besitz der Bistrizer Herrschaft bis 1927?
Mühle und Sägewerk Nr. 19 / St. 77 im Katasterbereich von Hojsova Stráž. Das Grundstück ist auf der Karte des Stallkatasters: Böhmen-1950-1-Kartenblatt Nr. 008 abgebildet. Bis 1927 war das Gebäude im Besitz des Anwesens Bystřice nad Úhlavou. Im Rahmen der ersten Landreform ging es in den Besitz des Staates über. Als Eigentümer wurde das tschechoslowakische Staatsministerium für Landwirtschaft und die zentrale Direktion für staatliche Wälder und Landgüter registriert 1937, als in den Aufzeichnungen vermerkt wurde, dass „gemäß dem Berichtsblatt Nr. 12/1937 Sägewerk und Mühle Nr. 19 auf S. 277 gestrichen wurden und das Baugrundstück Nr. 277 in das Grundstück Nr. 1687 verschmolzen wurde „.
noch stehendes Gebäude neben den Ruinen Draufsicht auf das Dach und den "Schornstein" die Fundamente des Gebäudes unten, näher an Úhlava Der Seestrom fließt nach rechts und die Fahrt zur Mühle begann mit einem Rohr auf der linken Seite Wahrscheinlich die letzten Überreste der Mühle. Hier, am linken Ufer der Úhlava, begann und fuhr die Fahrt zur Mühle zwischen den beiden Fichten fort. Die Fahrt wurde hier in der unteren rechten Ecke des Fotos fortgesetzt und führte in der scharfen Verwerfung des aktuellen Verlaufs von Jezerní Potok direkt in den Wald. Jezerní Potok floss ursprünglich woanders und so verbindet sich sein Fluss jetzt mit der Fahrt. Hier überwand die Auffahrt den ursprünglichen Verlauf von Jezerní potok (wahrscheinlich ein kleines Aquädukt) und näherte sich der Mühle zwischen zwei Fichten. Die Fahrt ging auf diese Weise weiter und war etwa 15 Meter entfernt an der Mühle. Hier teilt sich der Jezerní-Strom. In seinem ursprünglichen linken Kanal fließt nur wenig Wasser, und der größte Teil des Wassers fließt durch den rechten Kanal, wo er nach einigen Metern die frühere Auffahrt in die Mühle mündet und etwa 10 Meter durch diese frühere Auffahrt fließt , aber gegen die ursprüngliche Richtung des Antriebs. Die Gabelung könnte durch das Eingreifen des Menschen verursacht worden sein, oder mit der Zeit wurde dies von der Natur selbst geschaffen. Kerosinhalter
https://www.portafontium.eu/iipimage/30070523/zelena-lhota-07_0290-n?x=-56&y=394&w=813&h=324
https://www.portafontium.eu/iipimage/30070523/zelena-lhota-07_0350-n?x=-123&y=314&w=976&h=389
https://www.portafontium.eu/iipimage/30070523/zelena-lhota-07_0470-n?x=-31&y=355&w=677&h=270
https://www.portafontium.eu/iipimage/30070523/zelena-lhota-07_0520-n?x=-155&y=151&w=976&h=389
Quellen
- Michael Ernst (1926), Chronik der künischen Freibauerngemeinde Eisenstraß im Böhmerwald
- Adolf Heidler (1962), Die Geschichte meiner Heimat
- Im Lande der künischen Freibauern, Heimatbuch für den mittleren Böhmerwald
- http://www.zanikleobce.cz/index.php?lang=d&obec=9159
- https://www.portafontium.eu/iipimage/34410349/soap-kt_01159_census-1910-hojsova-straz-cp019_0010
- https://www.projekt-gutenberg.org/watzlik/stilzel/chap001.html
- http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-1313721
- http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-1313862
- http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-1313982
- Josef Blau (1958), Baiern in Brasilien
http://www.zanikleobce.cz/index.php?lang=d&obec=9159
1950 –> Mühle nicht auf Luftbild zu sehen: https://geoportal.gov.cz/web/guest/map?permalink=9699e4cb7567531eb9e4692d06e033e1
Grundbuch Eisenstraß 1666-1816: Seemühle?https://www.portafontium.eu/iipimage/30085084/soap-pn_20019_vs-bystrce-k59_6900?x=-39&y=368&w=713&h=285
Gedenkbuch Eisenstraß: https://www.portafontium.eu/iipimage/30460737/soap-kt_01018_fara-hojsova-straz-1820-1946_0350?x=488&y=168&w=527&h=208